Unsere Podcasts


Langsamfahrt

Podcasts rund um die Eisenbahn

Die Welt der Eisenbahn ist interessant und sehr vielseitig. Langsamfahrt veröffentlicht regelmäßig Podcasts rund um die Eisenbahn. Dabei kommen interessante Gesprächspartner zu Wort, wir erklären wie Eisenbahn funktioniert und werfen einen Blick auf aktuelle Themen.







FRRR

FunkRund – Rundfunk – Börner-Show

FRRR vereint Humor, Magie und tierisch gute Unterhaltung. Mit dabei: Witz und Charme, Staugymnastik, große Magie zum kleinen Preis, Comedy- und Satire und ein sprechende Schaf. Désirée und Gregor Börner bringen mit ihrer humorvollen Art frischen Wind in den inoffiziellen Nachfolger der legendären „Bombi-Show“ aus dem hessischen Radio.







Kein Bier vor Vier

Feierabendpodcast

HikE und Gregor vergleichen beim Feierabendbier ihre Realität miteinander. Sie sprechen über das Weltgeschehen, Gesellschaftliches, Podcasts und Feierabendthemen. Aufgelockert wird das ganze mit einem Hut aus 1000 Fragen, daraus wird gezogen, beantwortet und drüber gesprochen.







Wanderlust & Aussicht

Wandern an Rhein, Mosel und Lahn

An Rhein, Mosel und Lahn gibt es viel zu entdecken, am meistern sieht man aber erst wenn man die Gegend zu Fuß erkundet. In den Regionen gibt es unzählige Wanderwege von denen man Eindrücke gewinnt die man sonst nicht sehen könnte. In diesem Podcast nehmen euch Désirée und Gregor mit auf Tour, erklären euch welche Wege sich lohnen und wo es die besten Aussichten gibt. Zu den Episoden gibt es weiterführende Informationen, Wanderkarten und Bilder. Nachwandern wird dringend empfohlen!







musikalische Verbrechen

Musik die es anderswo garantiert nicht gibt

In dieser Sendung stellen euch Matthias Kreuzberger und Gregor Börner Musik vor die es normalerweise nicht verdient hätte im Radio gespielt zu werden. Die Auswahl besteht meist aus diversen Musikbemusterungen und den nervigsten “Charthits”. Zu der Musik gibt es direkte Meinungen oder Versuche die Musik mit eigenen musizierversuchen aufzuwerten. Im Studio steht der rote Buzzer als “Not-AUS” wenn die Musik zu unerträglich wird.







Traktorsound

Der Podcast für Traktoren, Schlepper und Trecker!

Podcaster Gregor Börner stellt in diesem Podcast historisches Traktoren und deren Besitzer vor. Hinter fast jedem Trecker steckt eine Geschichte die sich lohnt erzählt zu werden. Selbstverständlich darf auch ein „Anlassen“ der Trecker nicht fehlen. Denn, je älter der Trecker, desto schöner klingt er.







hessisch babbeln

Hessen touristisch entdecken

Hessen bietet enorm viele touristische Attraktionen, die meisten kennen davon noch nicht einmal die Einheimischen. Hessen bietet außerdem viele andere Interessante Dinge und Persönlichkeiten die sich lohnen einmal vorgestellt zu werden. Dieser Podcast richtet sich an Hessen die mehr über ihr Bundesland erfahren möchten oder einen Ausflugstipp suchen.







Vogel der Woche

Die Welt aus ornithomanischer Sicht!

Die Welt ist lustig, insbesondere aus Sicht der Vogelkundler. HikE schreibt seit vielen Jahren den „Vogel der Woche“.







Deichwärter von Friedrichskoog

Kneipengespräche

Im Urlaub möchte man fremde Kulturen erleben, viele Menschen reisen dafür oft sehr weit. Wer hätte gedacht, das man solch fremde Kulturen bereits an der Nordseeküste treffen kann? Rolf, der Deichwärter von Friedrichskoog trifft sich abends mit seinem besten Freund Jochen in der Hafenkneipe bei Moni, dort wird bei reichlich norddeutschem Bier über die Dinge des Lebens philosophiert.







Mein neues Leben 2.0

Thema Magenoperation, Magenverkleinerung, Magenbypass, Schlauchmagen und Adipositas

Désirée hatte Adipositas, eine Magenoperation zum Magenbypass half ihr Adipositas loszuwerden. In diesem Podcast erzählt sie Ihre Geschichte, den Ablauf und ihre Erfahrungen. Gregor führt durch den Podcast.






Die Welt ist lustig, insbesondere aus Sicht der Vogelkundler. HikE schreibt seit vielen Jahren den „Vogel der Woche“. Angefangen hat die Serie im Morgenmagazin von Radio Unerhört Marburg, fortgesetzt wurde sie im Podcast Quatschbrötchen.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #146 – Der Elefantenvogel

    13. April 2026

    Heute: Der Elefantenvogel. Elephantida octogonada.

    Gießens Wahrzeichen: Das Elefantenklo

    Seit 44 Jahren ragt in der Mitte Gießens das Elefantenklo aus dem Asphalt, ein Dreisitzer, der nicht nur sein würdiges Alter, sondern auch seine monumentale Schönheit durchaus mit dem Endlosband-Wahrzeichen von Radio Unerhört Marburg zu teilen vermag.

    Früher war an seiner Stelle ein Kreisel – ich will nicht sagen: ein Strudel des Verkehrs! – und heute ist dort Beton mit Sichtluken, damit:

    a) die Autos nicht im Dunkeln fahren müssen,

    b) die Fußgängerinnen nicht auf den Anblick von Autos verzichten müssen und

    c) weil es ein Denkmal ist.

    Das Elefantenklo, in Anlehnung an die Marburger Sehenswürdigkeit „E-Kirche“ auch salopp „E-Klo“ genannt, denkmalt nämlich eine Begebenheit, die durchaus wert ist, ein Denkmal zu haben, nämlich die historische Anwesenheit eines Vogels auf diesem Planeten, den es vorher und nachher nicht wieder gegeben hat, geben sollte, und geben wird.

    Das Gießener Elefantenklo erinnert justamente an das Gestell, das die Pfanne hielt, in welche – damals, unter Goethes Regierung – der letzte lebende Elefantenvogel – Elephantida octogonada – seine letzten drei skurril geformten Eier hinein schoss – aufgrund der achteckigen Form der Eier war der Hervorbringungsprozess regelmäßig mit Legenot und einer daraus resultierenden ATÜ Zahl verbunden, die kein Proktologe auf Dauer zur Nachahmung empfehlen würde, so dass entweder kein Ei es heile ins Draußen schaffte, beziehungsweise die wenigen Eier, die den Legevorgang mit unzerstörter Schale überlebten, in der druntergestellten Pfanne zerbarsten.

    Folge dieses Keimzelligen Desasters: der E-Vogel ist ausgestorben.

    Außer dem Monument in Gießen erinnert daran noch der Rubix Cube, der ab dem Jahr 1981 für die flächendeckende Verbreitung von Irrsinn unter der menschlichen Bevölkerung sorgte.

    Aber warum, meine lieben HörerInnen, warum, das fragen Sie sich jetzt bestimmt, WARUM…

    … stand eigentlich eine Pfanne unter dem Vogel?

    Warum rottete er sich aus, indem er seine rausgehauenen Kalzit-Oktogone ausgerechnet in einen Wok reindotzte?

    Das liegt daran: Der Mensch, zumal der naturforschende der Goethe-Zeit, der hatte recht bald spitz, dass der Elefantenvogel aufgrund seiner merkwürdigen Legegewohnheiten verschossenes Ei massig lieferte. Und der damalige Mensch – das Schlitzohr – wusste auch, dass es sich, so als Vogel, auf ‘nem Spiegelei recht erfolglos brütet, das ganze Schepper-Gelege also im wahrsten Sinne vergebliche Liebesmüh‘ darstellt, und dass es, wenn es einfach so in die Landschaft hinein geschieht, weder der Ernährung einer menschlichen Sippe noch der Fortpflanzung des Vogels dienlich sein kann.

    Daher kam der Gedanke auf, diese Spiegeleikanone zu domestizieren, und zur Domestizierung gehört auch irgendwie die Zucht, also, dass einige Eier in bebrütbarer Form überleben. Hierzu brauchte es technisches Know-How; der Plan war, eine Art Schalldämpfer oder Auffangvorrichtung zu konstruieren, um das nächste Ei aufzufangen. Von erheblichen Atü-Zahlen beim Legen sprach ich bereits weiter oben. Da es nun aber einiger Überzeugungskraft bedurfte, um Sponsoren zu finden, die beim Bau solcher Auffanganlagen für heile Eier helfen konnten, veranstaltete der Goethe-Elefantenclub erst mal ein Omelett-Festessen mit den Produkten des Elefantenvogels, um die Mäzene von der Wirtschaftlichkeit und der Qualität und so weiter zu überzeugen.

    Daher die Pfanne.

    Und die drei Löcher des Elefantenklos: nun ja. Die Mäzene einigten sich darauf, dass es ein gar köstlich Omelett aus drei Eiern gewesen sei, gaben Kohle zum Projekt – allein, Elephantida octogonada hatte ausgelegt.

    Von der Kohle wurde dann das Monument gebaut, vor dem wir heute, schaudernd vor Ehrfurcht, mit unserem Ü-Ei (2013: RUM-Übertragungswagen) stehen.

    So geht das!

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #145 – Eier

    6. April 2026

    Heute: der Eier. Avis ovis.

    Jede*r Mensch kennt den Geier, den Reiher und den Leiervogel.

    Doch wie steht es mit dem Eier?

    Obwohl dieser Vogel jedes Jahr auf’s Neue tätig wird und uns ein gewisses Frühlingsereignis versüßt, verklebt, verzuckert oder gar verquirlt, ist er so unbekannt wie wie ein Stück Kohle in finsterer Nacht.

    Einem Hasen, dem Verwandten des bekannten flauschigen Kaninchens, wird es unterstellt, dass dieser einem Huhne, der Frau des bekannten Morgenschrei-Krähvogels, die Kinderaufbewahrungsschalen samt Inhalt mopst, und sich dann in seiner Sasse gemütlich an die Eierfärbe-Werkbank schwingt, hier noch etwas nachdrechselt um die Hühnereier auch ja schön rund zu machen, dort – falls er ein alter Hase mit entsprechendem Tatter ist – mit gewagtem Zickezacke Linien aufpinselt, da – falls sie eine moderne Häsin ist – die zukünftigen Hühnerkinder in psychedelische Farben tunkt, mit denen diese, wenn sie denn nur zum Schlupfe kämen, auch gleich in die nächste Techno-Disco rennen könnten und zu 160 Beats per minute die Schalen krachen lassen könnten.

    So die Legende. Hasen malen geklaute Eier an – Hühner vermissen ihre Kinder – Menschen suchen diese Eier – und stecken sie sich in den Mund, weil sie einfach den Rest der von den Hühnern aufgehängten Eier-Suchmeldung nicht gelesen haben.

    Merkt ihr was?

    Habt Ihr jemals schon so eine Suchmeldung gefunden? Nee? – Ach, unddann wäre noch die zweite Frage: habt ihr in Eurem Leben überhaupt schon mal ein Huhn gesehen, das nicht aus einem Flachbildschirm auf Euch starrte? Dritte Frage: einen Hasen gesehen? Bei denen hat es nämlich Seltenkeitswert, die sind so derbe am Aussterben, das sich das eigentlich auf’s besagte Fest auswirken müsste.

    Also habt ihr jetzt schon drei Gründe mitgeteilt bekommen, warum das Ganze eine Legende ist. Auch wenn mit dem typisch trotzigen Gesichtsausdruck wie bei einer Querdenkerdemo überall Schoko-Hasen im Weg stehen, die am Mikrophon grässliche Schmatzgeräusche in Moderator*innenmündern machen.

    Also, wo kommen die bunten Eier her, und wer versteckt sie in so schauderhaften Biotopen wie Komposthaufen, Blumentöpfen, Nachbars Thujahecke, Lack- & Lösemittelregal in der Garage, linker Sandale des*der Lebensabschnittsgefährt*in?

    Gläubige unter uns würden nun vermuten, dass es eine Hasen-KI gibt, die diesen Job schon lang vom eigentlichen Osterhasen übernommen hat. – Aber Ihr wisst auch, dass eine heutige KI grundsätzlich ein Bein zu viel oder einen Arm zuviel produziert, solche Dinge wie Dreiarmige Bierhähnchen, oder Hände mit Fingern wo keine hingehören, wie der selige Rudi Merten einst in seinem Lied Klavierspielerin vor einigen Jahrzehnten noch zum Besten gab. Wenn eine KI den Job machte, würdet Ihr das den Eiern ansehen, genau an diesen zu vielen Körperteilen.

    Ich präsentiere Euch hiermit die Lösung des Rätsels: Es ist der Eier, nicht der Hase. Die Hühner verlieren gar keine Kinder, weil der Eier die Ostereier legt, bunt anmalt, und dann – im wahrsten Sinne des Wortes – verlegt. Weil der Eier ein vergesslicher Vogel ist. Zack, hier noch eins hingeeiert, Zick, dort zwei oder drei, und das alles auf der Suche nach… ja, ich darf es ruhig sagen: nach einem Stück Kohle in der tiefsten Nacht. Denn der Eier will eigentlich in die absolut angesagte Frühlings Gothic Disco und braucht dazu ganz dringend Kajal.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #144 – Krickelente

    30. März 2026

    Krickelente. Anas creccela.

    Die Krickelente wirkt immer etwas – nun ja, ihr Name deutet es bereits an, krickelig. Andere Enten haben feste Konturen, und mensch kann beispielsweise Schnabel, Augen, Flügel, Füße und Bürzel deutlich von anderen Körperteilen unterscheiden; bei der Krickelente können die meisten Menschen nur raten, was was sein soll.

    Der Vogel weist dabei durchaus Strukturen auf, jedoch nicht dort wo ein ordentlicher Ornithologe die Trennlinie ziehen würde, um einen Vogel draus zu machen, sondern halt eher willkürlich wirkende Linien und so weiter.

    Oft stehen Leute direkt vor einer Krickelente und sehen sie nicht mal, das Aha-Erlebnis einer Vogelsichtung kommt erst zustande, wenn sie einige Meter zurücktreten und sich plötzlich etwas Entoides aus dem Haufen Linien schält, den sie vorher noch für ein Labyrinth-Rätsel oder so was Ähnliches hielten.

    Krickelenten haben sich längst daran gewöhnt, dass sie nicht nur von Menschen verkannt werden, sondern auch für Hunde, Katzen und andere Tiere unsichtbar zu sein scheinen. Sie brüten daher unbehelligt und durchaus erfolgreich an den unwahrscheinlichsten Plätzen wie auf Rolltreppengeländern, mitten in der Eingangsschneise zum Ikea, auf U-Bahn-Gleisen, oder auch schon mal in Kunstmuseen direkt auf abstrakten Kunstwerken. Keiner tritt jemals auf sie drauf oder fährt sie platt – selbst dann nicht, wenn sie sich zur Brut ausgerechnet den von Hundertschaften Reisender mit Rollköfferken passierten Zebrastreifen direkt vorm Hauptbahnhof Berlin ausgesucht haben.

    Die Krickelente legt im Gegensatz zu anderen Entenvögeln lediglich ein einziges Ei, das Krickelei. Ihr fast hundertprozentiger Bruterfolg ist darauf zurückzuführen, dass sie dieses Krickelei innerhalb von fünf Minuten ausbrütet und sich dann sofort mit ihrem Küken aus dem Staub macht.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #143 – Jagdfalke

    23. März 2026

    Jagdfalke

    (Falco bumm LATINUS, 1988)

    Sollte man jemals gebeten werden, dem Jagdfalken aus einer Liste von Eigenschaften welche zuweisen, so träfen am besten zu:

    • ⇒ laut.
    • ⇒ radikal.
    • ⇒ gehässig.
    • ⇒ kann Jagdhorn blasen.

    Ständig ein perfides Grinsen im Gesicht und immer auf der Lauer, steht er einem notorischen Golf GTI­-Fahrer in nichts nach, was die Beutebeschaffung betrifft. Allerdings zielt er immer nur auf Sachen, die so dumm sind, stehenzubleiben, oder auf wel­che, die nicht so hart sind wie er.

    Sogar Wildschweine haben einen Heiden­respekt vor dem nur 60 cm langen Jagd­falken, insbesondere wenn er eine entwen­dete Schrotflinte mit sich führt. Seine Füße sind auf’s einmaligste an das Bedienen eines solchen Gerätes angepasst: eine der beiden mittleren Zehen ist um neunzig Grad nach innen gedreht und kräftig genug, einen Abzug zu drücken.

    Es gibt mehrere Unterarten, die unter­schiedliche Dinge machen:

    • Schießfalken (Falco bumm bumm) fahren in Rudeln mit Autos herum und hören Bumm­-Bumm­-Musik. Die in letzter Zeit häufig beobachteten Ein­schüsse an Verkehrsschildern sind ebenso ihr Werk wie durch Schroteinfluss zum Explodieren gebrachte Nacktschnecken­rudel, die morgens in unappetitlicher Weise­ den Gartenweg verunzieren.
    • Bombenfalken (Falco bumm bang) tragen Tarnklamotten und haben ein unaussprech­liches Vergnügen daran, nachts um halb eins in halltechnisch begünstigten Häuser­schluchten Chinaböller zu zünden, die größer sind als sie selber. Nicht selten ist das ihr letzter Spaß, wie am nächsten Tag ein Satz Federn an diversen Hauswänden belegt.
    • Eine besonders blöde Unterart des Jagd­falken ist der Gärfalke (Falco bumm zosch). Dieser schafft es, sich nach erfolgreichem Schweinebeschuss so gnadenlos beim Protzen zu besaufen, dass er irgendwann gärt und platzt.
  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #142 – Der Fidget-Spinner

    16. März 2026

    Der Fidgetspinner. Fidgetus trigonum.

    Ein absolut ephemeres Tierchen war der Fidgetspinner. Sehr kurz hatte er eine Massenvermehrung auf der ganzen Welt, bevor er mindestens genauso aprupt wie die 1980er Jahre Monchichis oder die 2000er Furbys wieder in der Versenkung verschwand.

    Der Fidgetspinner hatte eine eigentümlich dreieckige Körperform, wobei die keulenförmig verdickten Flügelspitzen exakt wie der Kopf aussahen, so dass ein Fressfeind in zwei Drittel aller Fälle danebengehackt hätte – hätte der Fidgetspinner denn Feinde besessen. Er war zu schnell da und ebenso zu schnell wieder weg, um sich als Bestandteil irgendeiner Nahrungskette etablieren zu können.

    Seine charakteristische Verhaltensweise war eine schnelle Kreiselbewegung, sobald man ihn an irgendeinem seiner drei Körpervorsprünge berührte. Dabei saß er auf einer glatten, in den meisten Fällen waagerechten Oberfläche, und er führte dieses Verhalten bei jeder Berührung aus, ohne dass ein Gewöhnungseffekt eintrat, wie er bei den meisten Tieren nach einer langen Serie von Auslöseimpulsen eintritt.

    Vermutlich ist der Fidgetspinner ausgestorben, weil er seine Reizantwort nicht wie ein normales Lebewesen anpassen konnte. Er hat sich sozusagen selbst neuronal den Lebensakku leergeballert.

    Möglicherweise klappte es auch mit der Fortpflanzung nicht, wegen der ständigen Rotation von drei Keulen. Wir sehen ja, dass das Verwenden bereits einer Keule bei anderen Tieren, wie zum Beispiel der Knüppelente, den evolutiven Klopp auf den Aus-Knopf bedeuten kann.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #141 – Smartphonekiebitz

    9. März 2026

    Smartphonekiebitz

    (Vanadellus geovideus)

    vergleiche: †Priestervogel (Abbildung, links)

    Der Smartphonekiebitz ist eine ausgesprochen gefährdete Spezies, worüber nicht sein Auftreten in gigantischen Schwärmen hinwegtäuschen sollte.

    Auf jeden durch den Ornithologen getwitchten Smartphonekiebitz kommen drei unter eine beräderte Blech-Hüpfburg geratene, vier in einer beräderten Blech-Hüpfburg um einen Baum gewickelte, fünf mit Langeweile und zwölf mit Daumenfittichsehnenscheidenentzündung vom SMS-Daddeln und Whatsappen, und ein Streitaxtmörder.

    Eine Haupteigenschaft des Smartphonekiebitzes ist, permanent gleichzeitig unter- und überfordert zu sein. Sein Blickfeld ist eingeengt auf einen annähernd rechteckigen Ausschnitt seiner Umgebung, welchen er vor sich her trägt wie der Priestervogel die Bibel. Und ähnlich wie der Priestervogel die Bibel permanent am Lesen ist, wenn er sie durch die Gegend trägt – äh Moment, Regieanweisung – okay, und ähnlich wie der †Priestervogel die Bibel permanent am Lesen war, wenn er sie durch die Gegend trug, was zu seinem Aussterben führte, damals – also, genau so ist der Smartphonekiebitz in seinem annähernd rechteckigen Ausschnitt seiner Umgebung am Lesen oder am Rumwischen und dann wieder Lesen. Und nur ganz selten liest der Smartphonekiebitz da die Geschichte von dem ausgestorbenen †Priestervogel und guckt dann ziemlich erschrocken in die Gegend, weil es in irgend einer seiner einsamen Gehirnzellen PLING! EIN GEDANKE! gemacht hat.

    Meistens unterfordert ihn aber das, was er da liest oder selber daddelt. Gleichzeitig überfordert ihn allerdings das, was er nicht von seiner Umwelt sieht. Denn das ist plötzlich schneller, größer und härter als er, und es kommt zum offenen Revierkampf zwischen Räder-Blechdose und Smartphonekiebitz, zwischen Laternenpfahl und Smartphonekiebitz, zwischen Mauer und Smartphonekiebitz, und so weiter und so fort. Die Streifgans hätte ihre reine Freude an diesem Vogel, so als Zusatznahrung zu ihren eigenen Hornspänen, wenn sie nicht vollkommen allergisch auf den Elektroschrott reagieren würde, mit dem ein flachgeklopfter Smartphonekiebitz sehr regelmäßig gewürzt ist.

    Mitleidige Städtebauer versuchen das Schicksal dieses Vogels etwas zu erleichtern, indem sie an besonders gefährlichen Wildwechseln zu unkonventionellen Markierungen wie Bompeln greifen, welche der Blickrichtung und damit dem Aufmerksamkeitsfenster des Smartphonekiebitzes quasi untergeschoben werden. Außerdem designen sie interaktive Laternenpfähle, welche einen GPS-Umleitungsbefehl auf das Rechteck schicken, welches sich nähert, und machen zunehmend „outdoor“ von einer alten Kulturtechnik Gebrauch, die entwickelt wurde für den „Indoor“-Umgang mit vollkommen Bekloppten: der Gummiwand.

    Hoffen wir, dass diese Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen und der Smartphonekiebitz uns länger erhalten bleibt als der selige †Priestervogel! Denn einen gewissen Unterhaltungswert hat es durchaus, den possierlichen Kiebitzen beim Kollisionssport zuzuschauen.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #140 – Interessantermeise und Kolleginnen

    2. März 2026

    Merkwürdigermeise, Interessantermeise, Normalermeise und Seltsamermeise

    (Parus paradoxus ROHREIT, 1992; P. aufmerksamus WORTH, 1996; P. vulgaris WOYTILA, 1996; P. seltsamus SCHROETER, 1996)

    Niemand kann eigentlich so richtig sagen, was an der Merkwürdigermeise (im Bild: c) so merkwürdig ist. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie sie über die Schulter blickt, oder ein kleiner roter Punkt an der Schnabelspitze? Es könnte auch sein, dass die Füße irgendwie gelb sind oder dass der Vogel blaue Augen hat. Auf dem Schwarzweißbild jedenfalls sieht die Merkwürdigermeise völlig normal aus.

    Die Interessantermeise (b) unterscheidet sich rein optisch eben­ falls nicht von einer normalen Meise (und schon gar nicht von der Normalermeise); nur ihr Verhalten verrät sie. Zu allem und jedem sagt sie nämlich: „Ach? Interessant!“ und: „Das ist aber interessant.“ Und sie ist noch neugieriger als alle anderen Meisen zusammengenommen (wenn es überhaupt möglich ist, noch neugieriger als eine Meise zu sein): die Interessantermeise wartet nicht erst auf’s Spischen (eine wirksame Methode zum Anlocken von Kleinvögeln), sondern sitzt einem schon lange vorher auf der Nase.

    Die Normalermeise (d) ist irgendwie normaler als alle Meisen, die es gibt. Sie ist so unglaublich normal, daß es schon fast wieder merkwürdig ist. Irgendwas an ihr reizt zum zweimal hingucken, und es ist jedesmal aufs Neue eine Enttäuschung für den Orni, dass er wieder einmal eine Normalermeise vorm Feldstecher hat.

    Die Seltsamermeise (a) wird oft für eine Rasse der Merkwürdigermeise gehalten; da sie aber nicht so fest im Gedächtnis bleibt wie jene, eben nicht ganz so merkwürdig ist, gestehen wir ihr einen eigenen Art-Status zu. Seltsamerweise fehlt in allen Büchern und Artikeln ein Hinweis auf die Seltsamermeise. Seltsam isses schon.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #139 – Wählensittich

    23. Februar 2026

    Wählensittich

    (Psittacus telephonitis)

    Hüüüü –­ päpp pipp päpp pääp püpp pöpp. 
    hüüüt ­– hüüüt ­– hüüüt ­– *kchrtch* ­– ja?

    Der Wählensittich ist ein ausgesprochen interessanter Kleinvogel. Er simuliert Telefonanrufe zum Nulltarif, das heißt, man kommt sich vor wie angerufen, zahlt aber keinen Cent.

    Hallo? Hallo? Ach, leck. *kchrtch*
    Hüüüü ­– päpp pipp päpp pääp püpp pöpp.
    hüüüt ­– hüüüt ­– hüüüt ­– *kchrtch* –­ ja?
    Hallo?! Ist da wer? Schon wieder keiner dran. *kchrtch*
    üü –­ üü ­– üü ­– üü ­–

    Den Wählensittich gibt es auch in einer Unterart, die gerade am Aussterben ist, Psittacus telephonitis modulatoris­-demodulatoris.

    ­ [Modemgeräusche]

    Eine andere Unterart, der Psittacus tele­phonitis impulsum, ist bereits für immer in die Ewigen Fernsprechämter eingegangen.

    chrrrt ­– tackatacka ­– chrrrrrrt ­– tackatacka­tackatackatacka
    – chrrrt – tackatacka – ­
    hüüüt – hüüüt – hüüüt ­– Ja? ...
  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #137 – Hippehopf

    9. Februar 2026

    Hippehopf. Upupa hiphops.

    Wie sein enger Verwandter, der Wiedehopf, stinkt dieser Vogel ziemlich derbe. Das liegt einerseits an einem besonders zähen Bürzeldrüsensekret, das er dazu verwendet, um sich regelmäßig den Kopf mit einer Art Firnis zu überkleistern und hinten noch ’ne Art Überstand dran zu machen, und andererseits daran, dass dieses Bürzeldrüsensekret arttypisch müffelt.

    Den Hippe­Hopf stört dieser Geruch am allerwenigsten, denn er erkennt daran zuverlässig seine Artgenossen. Zumal dieser Geruch von einer bestimmten Art Balzgesang flankiert ist, bei der sich Infraschallfürze mit stakkatoartigem, für den unbedarften Zuhörer wie Genöle oder drohendes Gemecker klingenden Passagen abwechseln oder auch mal überlagern.

    Auf die Ferne oder wenn der Wind ungünstig steht, muss der Hippe-Hopf sich zur Orientierung auf seine nicht allzu guten Augen verlassen, um Gleichgesinnte auszumachen und sich mit rudernden Flügelschlägen zu ihnen zu begeben. Dabei leiten ihn die extrem ritualisierten und plakativen Körperhaltungen der Artgenossen, die über lange Zeit mit trutzig hochgerecktem Kopf und einer Breitbeinigkeit wie der Eiffelturm posen und durch die kurzen Beine eher so aussehen, als würden sie mit heruntergelassenem Gefieder dastehen.

    Sieht der Hippe­Hopf so was, so fliegt er hin. Und falls er richtig gesehen hat und nicht schon wieder auf den Eiffelturm oder eine Gans mit Legenot hereingefallen ist, fühlt er sich alsbald wohl, frei nach dem Motto:

    Wo es stinkt und check my flow, da lass dich nieder. Boese Voegel haben Deospray und Flohpuder.

  • Vogel der Woche

    Vogel der Woche: #136 – Der Erdachs

    2. Februar 2026

    Heute: Der Erdachs. Meles globus.

    Der Erdachs ist ein mythologischer Verwandter des Dachses.

    Es geht die Sage, dass einst ein Erdachs ein Loch buddelte, das tiefer war als alles, was Dachse sonst so graben, und dabei auf der anderen Seite von Was-Auch-Immer rauskam. Durch sein Kratzen und Schaben an den Wänden seines Tunnels versetzte er die Erde in eine Drehbewegung.

    Diese beiden Löcher nennt man heute Nord- und Südpol, und der Erdachs begründete mit einer Dachsdame von der anderen Seite die Dynastie der Erdachse, welche seitdem durch ihr munteres Treiben dafür sorgen, dass die Erde sich weiter dreht.


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